Stuttgart
21
Schlichtungsgespräche
Nicht zuletzt nach der Eskalation der Demonstration vom 30. September
empfinden es die Konfliktparteien nach eigenen Angaben als notwendig,
in gemeinsame Gespräche einzusteigen.
Unter anderem der Baden-Württembergische
Ministerpräsident Stefan Mappus, CDU schlägt als
moderierender Schlichtstreiter Dr. Heiner Geißler vor, der
über jahrzehntelange Erfahrung als Schlichter in
Tarifverhandlungen verfügt; unter dessen Leitung finden seit
Oktober 2010 Schlichtungsgespräche mit dem Ziel einer
Lösungsfindung für das Projekt statt -
trotz der anstehenden Schlichtungsgespräche hält der
Protest durch die Bevölkerung weiter an.)
Heiner Geißler eröffnet ein erstes
Schlichtungsgespräch unter anderem mit den Worten, dass sich
bei den nun folgenden Gesprächen um das erste
Schlichtungsprojekt handele, das durch Liveübertragungen der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde –
diesen Schritt begrüßt er deutlich als
Möglichkeit, dem Wähler Offenheit und Transparenz zu
übermitteln und nicht zu einer wachsenden
Politikverdrossenheit beizutragen.
Auch betont er, dass – anders als bei Schlichtungen in
Tarifstreitigkeiten – eine Einigung nicht in Form eines
Kompromisses gefunden werden könne, sondern es aufgrund der
vorgestellten Informationen und Argumente zu einem Beschluss
für oder gegen das Projekt Stuttgart 21 kommen solle.
Durch die Schlichtungsrunde sieht Geißler nicht die
Prinzipien der deutschen parlamentarischen Demokratie in Frage
gestellt, sondern begreift diese ‚…Fach- und
Sachschlichtung…‘ als
‚…ergänzendes Projekt einer unmittelbaren
Bürgerdemokratie in einer Zivilgesellschaft‘.