Stuttgart
21
Im kürzlich stattgefundenen dritten
Schlichtungsgespräch am 04. November 2010 war ein weiterer
Argumentationspunkt der Befürworter und Vertreter des
Stuttgart 21- Projekts das Ziel, über schnellere und besser
ausgebaute Zugstrecken eine Verlagerung des Pkw- und Luftverkehrs
zugunsten des Schienennetzes zu erreichen.
Durch den Bau der neuen Strecken würde außerdem
neuer Raum für die Erweiterung regionaler Schienennetze
entstehen wie beispielsweise eine S-Bahn-Verbindung noch nicht
angeschlossener Stuttgarter Randbezirke und Vororte.
Eine Konzentration auf schnellere Verbindungen zwischen
Großstädten zuungunsten des Regionalverkehrs wird
untermauert durch Prognosen, die eine größere
Zunahme im städteverbindenden als im regionalen Verkehr
erwartet wird.
Als Pluspunkt des Projekts nennen Vertreter eine Reisezeitersparnis von
einer ungefähren halben Stunde nach Ausbau der Strecke
zwischen Stuttgart und Ulm; was schließlich auch zu einer
Verkürzung auf der Strecke zwischen Stuttgart und
München führt.
Gegner werfen die Frage auf, ob eine Zeitersparnis von einer halben
Stunde tatsächlich einen so deutlichen Zugewinn darstellt, der
die Sinnhaftigkeit des Projekts bestätigt.
Würde man von dieser
‚Halbstundendringlichkeit‘ absehen, wäre
eine kostengünstigere –ressourcenschonende-
Möglichkeit gegeben.
Dem setzt die Landesverkehrsministerin das Argument entgegen, dass der
Finanzplan für die Umsetzung des Projekts bereits erteilt
wurde, wobei nicht davon ausgegangen werden kann, dass für
einen Alternativplan – sofern es einen solchen denn
irgendwann gibt – das Geld wieder zur Verfügung
gestellt würde; auch wenn es kostengünstiger
wäre.
Gegner: Kosten/Nutzen statt halbe Stunde
Ausblick
Im Laufe der Schlichtungsgespräche werden weiterhin
verschiedene Themenpunkte angesprochen werden, um aufgrund der dann
gesammelten Themen eine Entscheidung treffen zu können; mit
Worten Heiner Geißlers aus der dritten Schlichtungsrunde:
‚Es ist noch nicht aller Tage Abend, aber man soll den Tag
auch nicht vor dem Abend loben.‘